Acht Gedanken zum souveränen 4:0 gegen Union Berlin.
- 4:0 gewonnen. Abwehr steht. Mittelfeld hat Ideen. Stürmer treffen. Ist jetzt alles gut? Das bleibt abzuwarten, denn Union hatte nichts anzubieten: vier Torschüsse, keiner aufs Tor. Dass es nicht 5:0 oder 6:0 endete, war ein Verdienst von Keeper Frederik Rønnow. Ob das Ergebnis an Bayers Qualität oder an der der Unioner lag, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Siehe Union-Blog Textilvergehen.
- Ibrahim Maza und Miguel Gutiérrez erinnern an Florian Wirtz und Alejandro Grimaldo. Ein schöneres Kompliment kann man den beiden nicht machen. Bayer-Fans bekommen Herzklopfen. Maza, der letzte Saison schon andeutete, was in ihm steckt, durfte diesmal links ran. Dort fand er in Gutiérrez einen kongenialen Partner: zwei Vorlagen, und Flanken, die als große Kunst durch den Strafraum segelten.
- Die Abwehr steht. Facundo Medina stand als linker Innenverteidiger in der Startelf (direkt mal ein Tor gemacht), deshalb durfte Edmond Tapsoba rechts ran. Auf dieser Seite ruft der Kapitän sein eigentliches Potenzial ab. Jarell Quansah ersetzte Lucas Vázquez mit mehr Biss und Körperlichkeit, und vor dem 3:0 zeigte er, dass er auch nach vorne kann.
- Auf der Doppelsechs tummelten sich Aleix García und Ezequiel Fernández. Letzterer erzielte den Dosenöffner in der ersten Minute und fiel sonst wenig auf. Ersterer spielte solide und fiel ebenfalls kaum auf. Nach Elversberg kann man das als Fortschritt sehen. Oder mehr erwarten. Oder Robert Andrich mal von Beginn eine Chance geben.
- Drei Baustellen im Angriff. Malik Tillman sucht sich weiter. Er startete auf der Zehn, war am 1:0 beteiligt und ging nach 67 Minuten vom Platz, ohne dass es jemand gemerkt hätte. Was er braucht, um durchzustarten, weiß keiner so genau. Afonso Moreira war der schnellste Spieler auf dem Platz, mehr blieb im Ligabetrieb bisher nicht hängen. Und Moussa Diaby feierte sein Comeback in Leverkusen. Das Stadion stand Kopf wegen ihm, aber nicht wegen seiner Leistung. Wird ein bisschen brauchen.
- Patrik Schick macht Schick-Dinge. Mal eben ein Tor und einen Assist gesammelt. Er sieht immer so unscheinbar aus auf dem Platz, und dann ist er zwei Minuten präsent und eiskalt in dem, was er tut.
- Bin mir unsicher bei Carles Martínez und seiner Kommunikation. Es gibt einige Baustellen, die er bisher mittelmäßig beseitigt hat. Vorm Spiel scheint er die Mannschaft aber erreicht zu haben. Die Sorge, einen zweiten Erik ten Hag verpflichtet zu haben, war da.
- Jetzt heißt es Leistung bestätigen. Nächste Woche wartet ein schweres Spiel beim Tabellenführer(!) in Augsburg.